Tilly Timber auf Megaland©

Geschichten rund um das Jugendrechtshaus.

Rechtspädagogisches Kinder- und Jugendbuch
Von Sigrun v. Hasseln mit Beiträgen vonHeidi Christoffers, Iris Gramberg, Bernhard v. Hasseln und Zeichnungen von Gunnar Gad.

Tilly Timber

1. Auflage

Tilly Timber

2. Auflage

1. Auflage, Leipzig 1998

2. Aktualisierte Auflage
Norderstedt 2011
ISBN 9783842361973, 168 S., 14,90 €

Zum Inhalt

Tilly Timber

Tilly Timber zahlt Schutzgeld

Der 11 Jahre alte Tilly wächst in einer kaum positive Perspektiven vermittelnden Trabantenstadt auf. Die häusliche Wohnung ist in jeder Beziehung eng. Auf dem Rasen darf man nicht spielen. Tilly wird hin und wieder von älteren Jugendlichen erpresst, an diese „Schutzgelder“ zu zahlen. Mit seiner Clique macht er vor lauter Langeweile und Frust die Umgebung um den U-Bahnhof unsicher; überfällt gar ältere Passanten. Seine Eltern haben eigene Sorgen. Sie und die Schule wirken wie eine unheilige Allianz gegen ihn, in der es nur Pflichten, Ermahnungen und Vorwürfe gibt. Wer soll das aushalten?

Da träumt sich Tilly hinweg auf Megaland, ein Utopia des Überflusses und der totalen Regellosigkeit. Es gibt für ihn keine Pflichten mehr, sondern nur noch Rechte. Alle materiellen Güter gibt es in Überfluss; ein modernes Schlaraffenland mit Formel 1 Rennbahn, Multimedia satt und Bergen von Burger und Pommes.

Als er sich einsam fühlt, sind plötzlich seine Freunde da. Es hat auch weiterhin Niemand Pflichten, nur Rechte. Niemand muss sich waschen, zur Schule gehen, Rücksicht nehmen. Jeder kann solange Filme schauen, wie er will, essen, was und wie viel er möchte, rauchen, Musik hören, Rennwagen fahren. Es gibt keine materielle Not.

Und doch: Es funktioniert nicht!. Nach wenigen Tagen streiten und prügeln sich die sieben Megalandbewohner wie zuvor zu Hause. Was tun?

Das Buch zeigt viele Lösungswege auf. Tilly und seinen Freund gelingt es schließlich, auch in ihrer realen Umgebung einen Weg mit vielen Zukunftsperspektiven zu finden.

Zu den Anwendungsmöglichkeiten von Tilly Timber …

Das Kinder- und Jugendbuch „Tilly Timber auf Megaland“ ist seit 1998 Grundlage für viele rechtspädagogische schulische und außerschulische Aktivitäten.

Lesungen in Schulen

mit Grundlagengesprächen über grundlegende Elemente des Zusammenlebens, Funktionen des Rechts, Folgen von Rechtsbrüchen, Perspektiven auch in schwieriger häuslicher Umgebung.
Es ist im Unterricht ab Klasse 5 – selbst bei einem hohem Anteil von Kindern nicht Deutsch sprechender Herkunft- gelungen, auch diejenigen Schüler für den Text zu interessieren, die sonst den Unterricht notorisch stören, oder die sonst aus intellektuellen Gründen oder wegen mangelhafter Sprachkenntnisse schwache Leistungen erbringen. Derart schwache Schüler haben sich sogar aktiv bei Erörterung der Frage beteiligt, ob man denn ganz ohne Regeln leben könnte. Die meisten Kinder einer 5. Klasse kannten die Geschichte nach acht Monaten noch so gut, dass sie sogar aus dem Gedächtnis Szenen daraus malen konnten.

Tilly Timber als Theaterstück für Schulklassen

jeden Schultyps von Klassenstufe 4 bis Klassenstufe 9.

Das rechtspädagogische Kinder- und Jugendbuch: „Tilly Timber auf Megaland“ ist in erzählender Form geschrieben. Eine spezielle rechtspädagogische Aufgabe für Schüler besteht darin, Teile dieses Buches in ein Theaterstück umzuschreiben. Die Schüler haben dabei viele Freiheiten, weil nicht einmal die Hauptpersonen besonders genau beschrieben wurden. Es können weitere Figuren eingebaut werden, wie etwa ein schwarzes Mädchen bei einer Aufführung eine durch gymnasiale Oberstufe in Schwerin oder „Lonny“ bei einer Aufführung in Senftenberg. Auf diese Art wachsen Schüler in das Stück und seine Themen. Sie müssen sich inhaltlich vor allem mit der Frage auseinandersetzen, ob man Regeln braucht.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es viele Einzelszenen in dem Buch gibt, die sich auch als selbständige, sog. Kurzbeiträge im Rahmen von 10-, 20- oder 30-Minuten –Aufführungen in jedes Programm „einbauen“ lassen.

Schüler sind meist sehr motiviert, das Theaterstück aufzuführen. Es ist inzwischen an Schulen verschiedener Schultypen (u.a. Grundschule, Förderschule, Gesamtschule, Gymnasium) und Jahrgangsstufen (Kl. 3 – 11) in Oldenburg (i.O), Schwerin, Leipzig, Berlin, Cottbus, Lübbenau, Senftenberg und an anderen Orten erfolgreich aufgeführt worden.

Tilly Theater

NWZ vom 13. Februar 1998 über das Theaterstück „Tilly Timber auf Megaland“, das im Rahmen des Jugendrechtshauses in Zusammenarbeit mit der Integrierten Gesamtschule Oldenburg Marschweg geschrieben und aufgeführt wurde.

 

Mit Tilly Timber auf Theaterfahrt und Wettbewerb

Da das Stück ohne große Requisiten auskommt, kann es auch jederzeit außerhalb des gewohnten Saales gespielt werden. Es geht notfalls sogar ohne Bühne.

So wurde das Stück sehr erfolgreich bei der Schlussveranstaltung des Deutschen Jugendgerichtstages Hamburg von der Theatergruppe der Helene-Lange-Gesamtschule Oldenburg in der Inszenierung der Studienrätin Doris Breuer-Boers im großen Hörsaal der Universität Hamburg aufgeführt.

Im Rahmen der Theatergruppe der 5 Gesamtschule Cottbus war es der Lehrerin, Frau Schmidt, mit riesigem Engagement gelungen, das Stück mit den – teilweise lerngehemmten – Schülern in ein Theaterstück umzuschreiben und zahlreiche Theateraufführungen in der Schulaula darzubieten. Sie konnte sogar therapeutische Wirkungen erzielen. Immerhin beteiligten sich auf freiwilliger Basis mehrere Schüler der 9. und 10 Klassen daran, die teils aus einem schwierigen Milieu kamen, sich der rechten Szene zugehörig fühlten und teilweise selbst wegen Gewaltdelikten mit der Justiz Erfahrung hatten. Da konnte sie es schon als Erfolg verbuchen, dass sich diese Schüler während sämtlicher, sich über 1 Jahr hinziehenden Proben und der Aufführungen durch gutes Benehmen auszeichneten, und in einigen Fällen gar eine dauerhafte Verhaltensverbesserung feststellbar war.

Ein weiterer Höhepunkte für die Schüler war eine Theaterfahrt zur Evangelischen Akademie Bad Boll südlich von Stuttgart. Während der gesamten Hin- und Rückfahrt und während des gesamten Aufenthaltes, bei dem sie sich auch mit einer Jugendgruppe aus Baden-Württemberg trafen, kam es zu keinerlei negativen Auffälligkeiten. In der örtlichen Presse wurden sie sogar gefeiert und fühlten sich zum ersten Mal im Leben als Helden. So in die Verantwortung und unter eine neue soziale Kontrolle genommen, hielt bei einigen der zuvor Verhaltensauffälligen nun immerhin eine Wohlverhaltensphase über Monate an.

Tilly Theater

Tilly Timber Theater in Cottbus

Doch damit nicht genug. Der 5. Gesamtschule war es gar gelungen, in dem bundesweiten Wettbewerb „Schüler machen Theater“ der Berliner Festspiele mit dem Stück unter 201 Bewerbungen in die Vorauswahl der ersten 20 zu kommen.

Das Stück „Tilly Timber auf Megaland“ eignet sich auch für Theaterfestivals, wie etwa das 11. Schülertheatertreffen in Senftenberg/ Niederlausitz. Hier wurde das Stück von einer Grundschule aufgeführt. Da es keinen Jungen und kein Mädchen gab, der/ die den Tilly spielen wollte /konnte, hat die Lehrerin Jenaplanschule Lübbenau aus dem „Tilly“ eine „Lonny“ gemacht. Das Stück hat sie bei den späteren Jugendtagen Lübbenau im Juni 2004 nochmals aufgeführt. Dieses Mal stand wieder ein „Tilly“ zur Verfügung. Bei diesen Lübbenauer Jugendtagen wurde Tilly Timber auch von der Sonderschule und vom Gymnasium mit jeweils völlig anderen Inszenierungen aufgeführt.

Lausitzer Rundschau vom 03.02.2004  

Megaland gibt’s nur im Theater
150 Nachwuchs-Mimen spielen beim 11. Schülertheatertreffen in Senftenberg

Von Renate Hensel und Nadine Döring

Senftenberg. Die Freude strahlt dem ehemaligen Intendanten der Neuen Bühne, Heinz Klevenow, bei der Eröffnung der Schülertheatertage aus dem Gesicht. Schon das elfte Mal in Folge kann er junge Theatergruppen aus Südbrandenburg und Nordsachsen toi, toi, toi für das Gelingen ihrer Aufführungen wünschen.

In Anwesenheit des Landrates Holger Bartsch, des Bürgermeisters der Stadt Senftenberg, Klaus-Jürgen Graßhoff, der Direktorin der Rathenau-Schule, Marianne Kaminski, der Sponsoren sowie des Fördervereins des Theaters überbringt er Grüße des Bildungsministers Steffen Reiche, verbunden mit dem Dank an Karla Dyck, der Organisatorin, und an die Mitarbeiter des Theaters, ohne deren Unterstützung die vier Tage nicht möglich geworden wären.

Sein spezieller Dank gilt dem Bürgermeister und seinem persönlichen Einsatz für die Beschaffung der finanziellen Mittel. Als eine Sache der Ehre betrachtet es Klaus-Jürgen Graßhoff, der am Eröffnungstag Geburtstag hat, zu den jungen Künstlern zu sprechen.

Über 150 von ihnen zeigten bis gestern neun Aufführungen, wovon fünf selbst geschriebene Stücke sind.

Erfrischend der Auftakt der Jüngsten aus der Jenaplanschule Lübbenau mit “Lonnie auf Megaland”, einer eigenen Geschichte, die sich an Erwachsene und Kinder wendet und deren aus dem Leben gegriffene Situationen beiden Seiten einen kritischen Spiegel vorhält. Geht es doch um Rechte und Pflichten, ohne die man im Leben nicht auskommt. Ein Schlaraffenland, in dem alles erlaubt ist und jeder machen kann, was er will, mündet in der Erkenntnis “Das hab ich kapiert, so funktioniert die Wirklichkeit nicht” und “Es gibt Grenzen der Freiheit.”

Die Botschaft kommt an und Beifall auf offener Bühne ist auch Beifall für die beiden Lehrerinnen, die diese Aufführung begleiteten.

BU: Zauberhaftes Bühnenbild: “Die Bunten Welpen jr.” vom Elsterschloss-Gymnasium ernteten viel Lob für ihr Bühnenbild. Jede Gruppe hatte in mühevoller Arbeit eigene Requisiten angefertigt.

Tilly Timber Feten

Der Tilly Timber Stoff eignet sich auch für Kinder-Feten mit Spaß, Action und Inhalten. Über eine der ersten Tilly-Timber Feten im Jahr 1997 berichtet die Dipl.-Pädagogin Heidi Christoffers-Fortmann, Oldenburg (i.O.).

“Tilly Timber auf Megaland“

Ein pädagogisches Projekt für zehn- bis zwölfjährige Schüler

Von Dipl.-Pädagogin Heidi Christoffers-Fortmann, Oldenburg (i.O.)

Das Thema “Rechte und Pflichten” wird im Schulunterricht oft relativ trocken behandelt. Oft werden dabei Themen angesprochen, die die Schüler eigentlich erst im Erwachsenenalter betreffen. Dabei haben Schüler auch schon in jungen Jahren ein gut ausgebildetes Rechts- bzw. Unrechtsbewusstsein. Täglich stoßen sie auf Regeln, Gesetze und Pflichten. Um sie mit dem Thema “Rechte und Pflichten” vertraut zu machen, ist es sinnvoll, dort anzusetzen, wo sie stehen, d.h. wo sie sich besonders betroffen sehen. Das Tilly-Timber-Projekt möchte einen Beitrag zum Einstieg in das Thema und zur Auflockerung des Unterrichtes beitragen.

Dieses Projekt ist auch für die Kinder- und Jugendsozialarbeit geeignet.
Es ist der Geschichte nach für zehn- bis zwölfjährige Schüler ausgelegt und dazu geeignet, in ein größeres Projekt zu dem Thema “Rechte und Pflichten” einzuführen.

Der gesamte Beitrag ist abgedruckt im Werkstattband Rechtspädagogik.

Tilly Timber als Hörspiel im Kinder-RadiJoJo

Das Kinder- und Jugendbuch „Tilly Timber auf Megaland“ wurde von einem Team des Radiosenders RadiJoJo zu einem Hörspiel in 6 Folgen umgeschrieben und ist auf CD zu erwerben. www.radiJoJo.de

Tilly Timber auf Megaland. Hörspiel in 6 Folgen. Berlin 2005.

Tilly Timber Mobile – Erziehungskiste für Erziehende

Unter diesem Titel finden im Rahmen von Jugendrechtshäusern Elternschulen und Fortbildungsveranstaltungen für sonst Erziehende statt.

Tilly Timber auf dem Sirius. Rechte und Pflichten im Universum

Rechtspädagogische Vorlesungen an der Kinderuniversität Cottbus
10. Januar 2013 und 6. Juni 2013

Auskunft: Grit Scheppan, Tel: +49(0) 355 69-3211
Mail: kindercampus@tu-cottbus.de

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.