Buch: Das Jugendrechthaus 2000

Die entscheidenden Grundlagen für die Jugendrechtshäuser sind von Sigrun v. Hasseln in dem Buch „Das Jugendrechtshaus 2000“ niedergelegt worden. Die Umsetzung des Buches in die Praxis gehört zu den satzungsmäßigen Aufgaben des Bundesverbandes der Jugendrechtshäuser Deutschland e.V., der Landesverbände und aller Jugendrechtshäuser.

Das Jugendrechtshaus 2000
Orientierungsstätte für junge Menschen in der sozialen Stadt des 21. Jahrhunderts.

Jugendrechtshaus-BuchSigrun v. Hasseln (HG) mit weiteren Beiträgen von Angela Arlt, Heidi Christoffers, Joachim Dönitz, Alexander Gross, Bernd Guggenberger, Klaus Kleemann, Lothar Koch, Ilona Leu, Roland Makowka, Peter Nacke, Juliane Riese, Lorna Sachal, Horst Viehmann, Rolf Wernstedt und Wolfgang Wulf.

ISBN 3-8311-0402-6. 340 S., Verlag Recht und Gesellschaft, Berlin 2000;

zu beziehen im Buchhandel und unter www.amazon.de.

Aus dem Inhalt

Kinder rauben Kinder aus, Teenies töten Lehrer, Glatzköpfe hetzen Ausländer in den Tod. Bewahrheitet sich die UN-Prognose für das Jahre 2030? Wird unsere Zukunft von Armut und Barbarei bis hin zur Entzivilisierung geprägt sein? Stehen wir bereits im allgemeinen gesellschaftlichen Zerfallsprozess? Was tun auch gegen Technologiemissbrauch, Umweltdramen, Massenarbeitslosigkeit, Verknappung von Rohstoffen, Terror und Anarchie? Soll der totale Polizei-Überwachungsstaat (Huxley, Orwell & Co.) die Lösung sein? Oder gibt es Wege, um Kindern und Jugendlichen in einem freiheitlichen Staat zu helfen, ihr Recht auf Zukunft in einer multikulturellen High-Tech-Gesellschaft zu sichern?

Durch die Einrichtung von Jugendrechtshäusern könnten jungen Menschen Orientierungshilfen in einer schwierigen Welt gegeben werden. Das Buch beschreibt – vor allem am Beispiel des Cottbuser Jugendrechtshauses -, wie Kinder und Jugendliche ihren Alltag zukunftsorientiert gestalten können, ohne dass es laut, teuer oder strafbar ist. Im Jugendrechtshaus soll interdisziplinär eine ganzheitliche Rechtspädagogik als Ausfluss einer zeitgemäßen Gesamtethik erarbeitet werden. Ihre Inhalte sollen den jungen Menschen von frühester Kindheit an begleiten und die pädagogische Arbeit seiner Erzieher bestimmen. Dabei steht an oberster Stelle die Vermittlung von Rechtsbewusstsein als gesamtgesellschaftliche Basisaufgabe eines demokratischen Rechtsstaats. Das Recht selber, das im Jugendrechtshaus meist im Spaßkostüm erscheint, wird als ordnendes Prinzip der Vernunft und des Zusammenlebens schlechthin verstanden. In ihm fließen alle anderen Prinzipien einer demokratischen Rechts- und Gesellschaftsordnung zusammen und werden koordiniert. Die auf den Prinzipien der Vernunft, der Liebe und der Dynamik aufbauende Erziehung zeigt dem jungen Menschen, dass in erster Linie er selbst für die Situation verantwortlich ist, in der er sich befindet, und dafür selbst die Konsequenzen tragen muss.

Eine so verstandene Erziehung zur Mündigkeit hilft Kindern und Jugendlichen, selbstbewusste, eigenständige und moralisch gefestigte Persönlichkeiten zu werden. Nur eine gefestigte Persönlichkeit aber ist in der Lage, den auf sie heute einwirkenden unterschiedlichsten Gefährdungen zu widerstehen: seien es Verführungen zu Straftaten, zum Drogenkonsum oder zum Kaufrausch; seien es psychologisch ausgefeilte Werbestrategien von Sekten, von rechts- oder linksradikalen Polit-Terrorgruppen, oder sei es „nur“ der Gruppenzwang, „mal eben eine Oma abzuziehen“ oder einen Gullydeckel auf die befahrene Autobahn zu werfen.

Rezension von Prof. Dr. Bernd-Rüdeger Sonnen in Neue Justiz 2001, 418

 

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